Zwischendurch

Vor ewigen Zeiten begann ich mit dem Ausschneiden eines neuen Quilts. Der hat 5 verschiedene Blocks und war genial geeignet fuer Stoffreste und ausserdem zum Ausprobieren meines neu angeschafften Rotary Cutters.

Hier ist das Zwischenergebnis; nachdem die Bloecke erstmal ein paar Monate geruht hatten, habe ich es nun geschafft, sie zusammenzunaehen. Die Farben sind so richtig schoen knallig und froehlich wie ich finde.

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Jetzt ist die grosse Frage, welche Farbe der Rahmen bekommen soll. Gelb? Blau? Orange?
Am besten glaube ich, nehme ich das halfertige Teil mal mit in den Stoffladen und suche einfach, was am besten aussieht.


The Help

The Help, von Kathryn Stockett ist eines der Buecher, die man aufschlaegt und die einem von der ersten Seite, was sage ich, vom ersten Satz an in den Bann ziehen.

Die Geschichte handelt vom Leben der farbigen Haushaltshilfen und deren weissen Arbeitgebern. Wir hoeren sie aus dem Blickwinkel verschiedener Erzaehler. Eine perfekte Mischung aus Humor, trauriger Ungerechtigkeit, Hoffnung (passt ja auch in unsere Zeit) und Spannung.

Die einzige weisse Erzaehlerin ist Eugenia (genannt Skeeter), die gerade ihr College abgeschlossen hat. Sie ist klug und ehrgeizig, moechte Schriftstellerin werden und nicht, wie ihre Mutter es gerne haette, einen reichen Suedstaatenehemann finden und das selbe Leben fristen, wie ihre Freundinnen. Diese sind inzwischen verheiratet sind und ihre Kinder von Haushaltshilfen aufziehen lassen. Sie findet, dass diese Hilfen nicht besonders fair behandelt werden und beginnt nach ein paar Wendungen mit einem Buch ueber deren Lebensumstaende, indem sie die schwarzen Haushaltshilfen interviewt.

Eine dieser Hilfen (und meine Lieblingsfigur in dem Buch) ist Aibileene. SIe ist um die 50, hat vor nicht all zu langer Zeit ihren Sohn in einem tragischen Unfall verloren. Sie liebt die KInder ihrer Arbeitgeber als waeren es die eigenen, wohlwissend, dass die suessen Kleinen, die sie nun ueber alles lieben, aufwachsen, um dann ihre einen Haushaltshilfen auszunutzen. 

Die andere Erzaehlerin ist Minny. Sie ist juenger als Aibeleene und sagt was sie denkt. Fuer sie ist es hart, sich unterzuordnen und sie muss die Konsequenzen daraus ziehen.

Ohne das Ende zu verraten, muss ich Euch warnen: es fiel die ein oder andere Traene. Am meisten fuer die kleine Tochter, die von ihrer Mutter keine Liebe zu erwarten hat. Aber auch fuer die Hoffnungslosigkeit, die weitestgehend noch immer herrscht.

Haette ich die Zeit dafuer, haette ich dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen. Man konnte mich lesend sehen beim Stillen, Kochen, Zaehneputzen.... Lohnt sich also.

Lebensphasen

Wie wir alle wissen, besteht das Leben aus Phasen.

Lisa ist in ihrer Trotzphase. An manchen Tagen erkenne ich meinen kleinen Engel nicht wieder.

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Ich sage mir, dass alles vorbeigeht, aber irgendwie habe ich das Gefuehl, dass diese Phase eine lang anhaltende ist. Heute allerdings war das Kind ganz erwachsen und stolz, denn sie hat die ersten zwei Stunden in ihrer Vorschule verbracht. Mit Papa bei ihrer Seite. Ab Montag geht es richtig los. Von 9 bis 2. Wir duerfen gespannt sein, wie dieser neue Schritt sich auf die Trotzphase auswirkt.

Ihr Bruder ist in einer Zahnphase. Wir glauben, dass der erste Zahn bald durchbricht, da unser durch nichts aus der Ruhe zu bringendes Baby die letzten zwei Naechte kaum geschlafen hat und nur mit Camilia zu beruhigen war. Ausserdem hat das Kind nun gelernt, alleine zu sitzen, was die Spannung auf das morgendliche Aufwachen natuerlich hebt und die Lust am abendlichen Einschlafen weitestgehend mindert.

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Im Bild kann man auch deutlich erkennen, dass das Kind der Mama in ihrer neu gefundenen Naehphase hilfreich zur Seite sitzt. Selbige Mama hat in den letzten Wochen an ein paar Dingen geschraubt.

Zum Beispiel einer kleinen Spielzeugdecke fuer den Kleinsten:

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Aus dem Buch Simple Sewing For Baby von Lotta Jansdotter, das ich insgesamt sehr empfehlen kann fuer neue Muttis und Naehanfaenger. Die Stoffe, die ich verwendet habe, sind aus einer der Restetueten von Lotta Jansdotter aus ihrer eigenen Kollektion, die ich ganz klasse finde. Weniger klasse denn finde ich jedoch die Preise, so dass ich mich eben erstmal mit den Resten abfinde.

Die Decke haengt an unserer neuen Waescheleine, die mein Mann aus zwei Eimern, viel Zement, zwei Stoecken und einer Leine konstruiert hat. Praktisch. Und gleich wurde ich angeregt, aus meinen ebenfalls neu erworbenen japanischen Stoffen, ein Zubehoerteil zu naehen:

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Kann man es als Waescheklammertasche erkennen?

Von meinem Teddybaer jedoch gibt es nur eine Rueckenansicht, bevor ich ihn verschenkte, was schade ist, da er vorne sowohl Knoepfe hat, als auch bestickt ist:

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Aber das Bild lohnt sich trotzdem, da hinter dem Teddybaer ein ganz suesser sitzt. Und die ebenfalls sichtbare Hand gehoert zu L, der in keiner besonderen Lebensphase ist.

Und morgen gehts zum Camping.

Eine kurze Flucht vom Alltag

Zur Feier des drohenden Muttertags nahm mich mein angetrauter Ehemann gestern zu einer Ueberraschung nach San Francisco mit. Es war mir schon etwas unheimlich, dass er die Ueberraschung tatsaechlich fuer sich behalten konnte, da er normalerweise so ausser sich ist vor Freude, dass er etwas gefunden hat, womit er mir eine solche machen kann, dass er sich nie zurueckhalten kann und das Geheimnis immer schon fruehzeitig aus ihm heraussprudelt.

So war es etwas schwierig, das richtige Kleidungsstueck zu finden, mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass mir die Haelfte meiner Sachen sowieso nicht mehr passt, da ich meine Umstandskleider schon weggegeben habe, nur mein Umstandsbauch immer noch zugegen ist. Ein paar Versuche spaeter, war mein Schatz mit meiner Wahl zufrieden.

Um halb sieben dann erklaerte er mir, dass wir etwas spaet dran waeren, da wir um sieben bereits in der Stadt sein sollten. Huh? Eine halbe Stunde am Freitag im Berufsverkehr nach San Francisco, was schon ohne Verkehr ungefaehr zweimal so lange dauert? Meine Hoffnung sank, aber ich hielt mich fest an der guten Laune und dem positiven Denken.

So geschah es denn, dass wir keinen Verkehr hatten und geschmeidig 5 Minuten vor Abfahrt am richtigen Ort waren. Abfahrt? sagt der aufmerksame Leser hier.

Ja. Genau. Und da gings hin:

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Das ist, fuer alle, die es nicht kennen, eine Wasseransicht der Golden Gate Bridge in der Nacht. Wir waren auf einer Bay-Kreuzfahrt mit Abendessen und Tanz. Und ich war am Strahlen von Anfang bis Ende 

Alles war perfekt: Das Essen, die Musikbegleitung, das Wetter (fast koennte man sagen, es war warm), der Vollmond, der Wein, die Gesellschaft, die Unterhaltung - es war wirklich als haetten wir den Alltag an Land gelassen.

Den Abend vergesse ich so schnell nicht.

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Und, als waere das nicht alles schon perfekt an sich: In vier Stunden kommt I aus Deutschland und unser Urlaub beginnt.

Ruhig hier

Hier ist es so ruhig und gemuetlich, man glaubt kaum, dass mein Leben ganz anders aussieht.

Die Kinder wachsen (viel zu schnell) und ich komme in meiner freien Zeit - halt, ich nehme das zurueck. Freie Zeit? Pah. Kinder.. und freie Zeit? Hallo? Also, was ich sagen wollte ist, ich komme zu nichts.

Ich habe eine angefangene Patchworkdecke, einen angefangenen Teddybaer, eine angefangene Strickjacke mit Zopfmuster - hat mir auch niemand gesagt, dass man mit ueber 40 und Kindern keine dunkelblaue Wolle in Zopfmuster mehr verstricken kann. Ein Aermel und das wars. Doch seit gestern kribbelt es mir in den Fingern: Ich werde statt der Strickjacke mit zig Zopfmustern und Beerenmustern und glattlinks und all dem komplizierten Zeug, Rogue stricken. Ein einfacher Zopf, sehr viel rechts und alles in der Runde. Das sollte doch trotz "helfenden" Kinderhaenden vorangehen. Drueckt mir die Daumen. Vielleicht gibt es sogar mal wieder Photos.

Da wir grade von Photos sprechen:

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Dann plane ich noch eine Taufe solange das Kleinkind noch nicht (weg-)laufen kann. Die Paten sind schon ausgewaehlt, die Kirche auch. Nur der Pfarrer und ich haben uns (aus Zeitmangel, wen wunderts) noch nicht unterhalten.

Das Grosskind, das inzwischen fast dreieinhalb Jahre alt ist (ja, ihr lest richtig), soll in die Vorschule gehen. Das, lieber Leser, ist so mit die schwierigste Entscheidung, die ich mir je abgerungen habe. Wenn es um den eigenen Kopf geht, dann kann ich Entscheidungen ganz gut verkraften. Aber fuer die Kinder zu entscheiden, ist um einiges gewagter. Trotzdem, ich habe eine Schule gefunden, Montessori, ganz in der Naehe. Da geht Lisa ab Sommer hin, und wenn sie es mag, bis zum Schulalter. Wenn nicht, muss Plan B ranhalten. (der ist noch in der Entstehungsphase).

Und zum lesen komme ich auch, dank Arbeit und Zugfahren. Ich lese gerade "The Help" und wenn ich dazukomme, erzaehle ich darueber noch ein bisschen mehr. Super Buch, sehr schwer, es hinzulegen. Wie auch uebrigens "The Lace Reader", mit dem bin ich dann aber schon am Ende.

Und auch dieser Eintrag findet ein Ende. Ich hoffe, dass es hier wieder ein bisschen lebhafter wird, versprochen ist aber nichts.

Werbung

Gerade habe ich von einer neuen Website gelesen, auf der man seine Kunst verkaufen kann: ArtFire. Im Gegensatz zu Etsy gibt es keine Kosten fuers Einstellen von Dingen. Das Unternehmen verdient durch eine monatliche Gebuehr, die augenblicklich bei laecherlichen $7 liegt, das sind, was, 5 Euro oder so. Lebenslang.

Natuerlich habe ich mich gleich angemeldet. Nicht, dass ich irgendetwas zu verkaufen haette augenblicklich, aber was nicht ist, kann ja noch werden und die $7 werden sich in Kuerze auf $20 pro Monat erhoehen.

Und noch besser: Wer 10 Freunde wirbt, bekommt eine lebenslange Mitgliedschaft kostenlos. Kickt einfach auf den folgenden lInk und sagt, "Motiva" schickt Euch.


Register on ArtFire.com

Die Handhabung des Shops soll recht einfach sein, man kann bis zu 10 Bilder von seinem Produkt einstellen, und als Kaeufer muss man sich nicht anmelden.Das hat auch seinen Vorteil.

Naja, schaut einfach mal vorbei und wenn ihr daran denkt, irgendwann mal Eure Kunstwerke online zu verkaufen, dann ist dies fuer Euch.

Fortsetzung

Den letzten Eintrag musste ich aus kindertechnischen Gruenden vor dem Ende abschliessen. Ich wollte eigentlich noch anmerken, dass Lisa inzwischen auch die goldigsten Worte auf Deutsch wiederholt.

Da fand ich zum Beispiel die Knoepfebox in meiner Naehecke - ach ja, die muesst ihr auch noch sehen, meine Naehecke. Ich habe naemlich eine. Die ist eine Mischung aus Gang und Schrank und noch total eingekistet, da noch kein Regal im Schrank ist, aber die wird mal richtig gemuetlich. Den Plan habe ich schon, es fehlt nur die Zeit. Egal. Ich fand also meine Knoepfesammlung. Welche Lisa ziemlich imponiert, da es da Knoepfeketten gibt (gleichartige Knoepfe wurden zusammengebunden). Generell heissen die ja Buttons. Aber als sie lange genug damit gespielt hatte, versuchte sie es dann doch auf Deutsch: Koepsne.

Man muesste das Kind dazu natuerlich hoeren, um den gesamten Umfang der Niedlichkeit zu erfahren.

Und vorher, bevor wir die Schuhe anzogen zum spazierengehen, wiederholte sie meine Aufforderung, den Schuh an den linken Fuss zu machen: Erst de linke Fuss.

So kann die Kleine also schon ein ganzes Sammelsurium an deutschen Ausdruecken. Zwar ist alles ein Mischmasch, aber die gehaeuften Versuche, mir etwas nachzusprechen, lassen mich doch aufhorchen und geben mir ein wenig der Genugtuung, dass es eben dann doch etwas bringt, deutsch mit ihr zu reden.

Was sie nicht kennt, ist zur Zeit ein "Nackel".Als sie noc kleiner war, waren die unbekannten Dinge "Wawis", spaeter "Wowowas" und zwischenzeitlich "Snaggels".

Dann ist da natuerlich noch die neueste Erkenntnis, dass das kleine Wunder alles versteht, wovon wir reden. Das bedeutet in naher Zukunft, dass wir uns ganz schoen zusammenreissen muessen, da muss wohl jeder durch.

Mutter, where are you going?

Lisa's Vorliebe fuer "Wickie und die starken Maenner" zeigt sich in ihrem wachsenden deutschen Vokabular. Letzt Woche fragte sie mich: Mutter, where are you going? Leider, wie man sehen kann, verwurschtelt sie ihre deutschen Brocken in englischer Grammatik.

Manchmal, wenn sie ganz aufgeregt ist, kommt auch ein ganzer deutscher Satz zusammen: "Komm mit, snell, snell!" Und ihr Lieblngswort ist: "Weg".

Meine deutschen Eltern sind "Oma und Opa to Flughafen" - da wir die beiden dort sowohl abgeholt als auch abgeliefert haben, denkt mein Kind wahrscheinlich, sie leben auf dem Flughafen.

Schlaefterschondurch?

Erinnert ihr Euch?

Gestern ist Lisa 3 Jahre alt geworden. Kaum kann ich es glauben, wo die Zeit hin ist.
Und, schlaeft sie schon durch die Nacht? Ihr werdet es nicht glauben, aber die gestrige Nacht, kaum ist das Maedchen 3 Jahre alt, verbrachte sie zum ersten Mal in ihrem eigenen Bett im eigenen Zimmer.

Sie schlief in dem letzte Woche aufgebauten Bett ein und wachte heute morgen um halb neun darin auf. Ich fuehle mich, als haette ich 24 Stunden geschlafen. Kein Kinderfuss in meinen Rippen, kein Kopf auf meinem Arm. Natuerlich bin ich ungefaehr zehnmal aufgewacht, weil eben KEIN Kind neben mir herumwerkelte, aber daran gewoehne ich mich sicher auch.

Moment, sagt ihr. War da nicht noch was? Gabs nicht noch ein zweites Kind? Ein Baby? Seit fast 3 Monaten?

Ja, besagtes Baby schlief ebenfalls durch die Nacht. Zwar nicht im eigenen Zimmer, aber trotzdem ton- und bewegungslos. Noah wachte genau einmal auf. Heute morgen um halb sieben, um fuer fuenf Minuten Milch zu trinken. Seither (und jetzt ist es halb zehn) schlaeft er wieder.

Was fuer ein Traumleben.

Natuerlich wird heute nacht wieder alles anders werden, aber solange ich weiss, dass es diese ruhigen, langen, erholsamen Naechte gibt, ist es halb so schlimm.

Krankenhaus

Dieses Wochenende waren wir in Quarantaene.
Lisa hatte sich einen Magen-Darm-Grippe Virus eingefangen.

Es begann damit, dass die Kleine am Freitag abend bei mir auf dem (letzten Wochenende erworbenen...) Sofa hing und aus heiterem Himmel ihren Mageninhalt ueber Couch und Mama ergoss. Da das Kind sich in ihrem nun bald dreijaehrigen Leben islang nur dreimal uebergeben hat waren wir alarmiert, dachten aber noch, dass es sich damit dann auch hatte.

Nichtahnend, dass wir den Rest des Wochenendes damit beschaeftigt sein werden, Waesche zu waschen, Fussboeden aufzuwischen, Kindertraenen zu trocknen und selbst gegen den Virus anzukaempfen. Gemischt mit einer Erkaeltung, die sich unser Kleinster eingefangen hatte und dir sowohl ihn als auch die Eltern wach hielt.

Gut, dass Montag ist.

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Anderer Kruscht

Juni 2009

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